Das Team des Dresdner Weihnachtscircus bedankt sich herzlich für die pointierte Zusammenfassung der Geschichte des "Dresdner Weihnachtscircus" bei Ernst Günther - noch besser bekannt als Ergü - Schriftsteller und Circusexperte, Dresden.

„Ein Hauch von Monte Carlo“
Das Besondere am Dresdner Weihnachtcircus


Alljährlich warten Tausende Dresdner auf „ihren“ Weihnachtscircus. Sein guter Ruf drang mittlerweile weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus. Dank seines speziellen Profils eroberte er sich einen Platz in der Spitzengruppe circensischer Events Deutschlands zum schönsten Fest des Jahres. Die Schlagzeile einer großen Dresdner Zeitung aus den Anfangsjahren gilt noch heute: „Ein Hauch von Monte Carlo“.
Dresden hat den Weihnachtscircus heutiger Prägung nicht erfunden. Kann jedoch auf eine große Tradition verweisen, die der Heimatcircus Sarrasani begründete. Zwischen 1918 und 1944 wurden im Dresdner Circuspalast aufwändige Weihnachtsmärchen inszeniert, und ab 1938 gab es darüber hinaus Dresdner Winterspiele, die am 22. Dezember in die Premiere gingen. Noch Jahrzehnte nach Zerstörung des Gebäudes schwärmten die Dresdner davon. Sei es von „Elschen im Märchenland – vom Erzgebirge zum Dresdner Striezelmarkt“ oder von „Heidi“ – in mehreren Versionen - nach Johanna Spyris Romanen.
Kein Wunder, dass die ersten Weihnachtscircusse nach der Wiedervereinigung zwar mit Begeisterung erwartet, jedoch enttäuscht verlassen wurden. Zu deutlich das kommerzielle Interesse. Die Unternehmen brachten statt festlicher Inszenierung ihr Saisonprogramm mit neuem Aushängeschild. Einige sparten sogar Christbaumschmuck. Von stimmungsvoller Atmosphäre konnte keine Rede sein. Die einzige Ausnahme bildete Circus Busch-Roland, der 1994 mit einem Krippenspiel als Höhepunkt aufwartete. Was den Anstoß gab, über ein Mehr nachzudenken.




In angeregtem Gespräch beim 14. Dresdner Weihnachtscircus:
Heinz Drewniok (MDR) und Ernst Günther. Der traditionelle Festivalschal von Monte Carlo
fehlt bei keiner Premiere. Ist er doch das Symbol für den Traum
eines jeden Artisten – einmal in Monte Carlo dabei zu sein.


Dresdner Interessen
Der Name Busch-Roland ist untrennbar mit der Geschichte des Dresdner Weihnachtscircus verbunden. Im historischen Café-Wagen mit seiner anregenden Atmosphäre wurde er geboren. Er hatte eine Mutter und vier Väter: Ingrid Geier-Busch, die Seniorchefin und treibende Kraft, Sohn Oliver, der Macher, Pressesprecher Laurens Thoen, der Organisator, Ernst-Heinrich Klöden und Ernst Günther, die Dresdner Berater, die die lokalen Interessen in die Waagschale legten.
Unter der Ägide des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Herbert Wagner setzte die Stadt bewusst auf qualitätvollen Circus, wie er von einer der exponiertesten deutschen Circusstädte (erstes Circusgastspiel 1804 durch Christoph de Bach) erwartet wird. Eine Arbeitsgruppe des Kulturamtes, bestehend aus Kommunalpolitikern und Fachleuten des Metiers, stellte Qualitätsstandards in den Vordergrund und suchte eine Überschwemmung des Marktes zu verhindern. Die Prämisse: zwei Gastspiele von renommierten Circussen und ein Weihnachtscircus im Jahr. Dieses „Dresdner Modell“ wurde bundesweit gewürdigt.

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